Ein Tennisarm, medizinisch Epicondylitis humeri radialis, ist eine schmerzhafte Reizung oder Entzündung der Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens. Trotz des Namens betrifft diese Erkrankung längst nicht nur Tennisspieler. Viel häufiger entsteht sie durch wiederholte, einseitige Bewegungen im Alltag oder Beruf, etwa durch ständiges Tippen auf der Tastatur, handwerkliche Arbeiten, Gartenarbeit oder Musizieren.
Die typischen Tennisarm Schmerzen treten meist an der Außenseite des Ellenbogens auf und strahlen in Unterarm oder Hand aus. Besonders schmerzhaft sind Greifbewegungen, das Heben von Gegenständen oder das Strecken des Handgelenks. Viele Betroffene berichten, dass selbst das Öffnen einer Flasche oder das Tragen einer Tasche starke Beschwerden verursacht.
Ein Tennisarm kann sich schleichend über Wochen entwickeln oder nach einer Überlastung plötzlich auftreten. Wird die Ursache nicht erkannt, können die Schmerzen chronisch werden und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Ein Tennisarm beginnt häufig unauffällig. Zunächst zeigt sich ein leichtes Ziehen oder Druckgefühl im Ellenbogen, das nach Belastung stärker wird. Im weiteren Verlauf kommt es zu brennenden oder stechenden Schmerzen, die oft morgens nach dem Aufstehen oder nach körperlicher Aktivität am intensivsten sind.
Druckschmerz über dem Epicondylus radialis
Schmerzen beim Händeschütteln, Tippen oder Heben
Ausstrahlung der Schmerzen in Unterarm oder Hand
Schwächegefühl beim Greifen oder Festhalten
Steifheit des Ellenbogens nach Ruhephasen
Viele Patienten verwechseln die Symptome mit Arthrose oder Nervenreizungen, was zu falscher Selbstbehandlung führen kann. Deshalb ist es wichtig, die Beschwerden orthopädisch abklären zu lassen, um eine exakte Diagnose zu stellen und eine geeignete Therapie zu beginnen.
Die Hauptursache eines Tennisarms liegt in einer Überlastung der Unterarmmuskulatur, insbesondere der Sehnenansätze am äußeren Ellenbogen. Durch wiederholte Bewegungen entstehen mikroskopisch kleine Risse im Sehnengewebe. Diese führen zu einer Entzündungsreaktion, die die typischen Tennisarm Schmerzen verursacht.
Einseitige oder monotone Bewegungen (Computerarbeit, Handwerk, Gartenarbeit)
Falsche Technik beim Sport (besonders Tennis, Squash, Golf)
Zu schnelle Trainingssteigerung oder mangelndes Aufwärmen
Schwache oder verkürzte Unterarmmuskulatur
Fehlhaltungen oder ergonomisch ungünstige Arbeitsplätze
Auch eine Kombination aus muskulärer Überlastung und unzureichender Regeneration begünstigt die Entstehung eines Tennisarms.
Wer die Warnsignale frühzeitig erkennt, kann den Tennisarm meist vermeiden oder früh behandeln lassen.
Rund um das Thema Tennisarm Schmerzen kursieren viele Irrtümer. Hier klären wir die häufigsten Missverständnisse auf:
Falsch. Ohne gezielte Behandlung können sich die Beschwerden chronifizieren. Frühe Therapie und Entlastung sind entscheidend.
Teilweise richtig. Kühlung oder Salben können kurzfristig Linderung bringen, ersetzen aber keine gezielte Therapie. Wichtig ist eine ärztlich abgestimmte Behandlung, um die Ursache zu beseitigen.
Falsch. Nur rund 5 % der Patienten spielen tatsächlich Tennis. Häufigere Ursachen sind Überlastungen im Büroalltag oder durch handwerkliche Tätigkeiten.
Falsch. Über 90 % der Fälle lassen sich konservativ behandeln, etwa mit Physiotherapie, Stoßwellentherapie oder gezielten Dehnübungen beim Tennisarm.
Falsch. Eine völlige Schonung ist kontraproduktiv. Sanfte Bewegung und funktionelle Belastung unterstützen die Heilung und verhindern Muskelabbau.
Die Diagnose eines Tennisarms erfolgt durch eine detaillierte klinische Untersuchung. Der Orthopäde prüft, wo genau der Schmerz auftritt und welche Bewegungen ihn auslösen. Tests wie der Thomson-Test oder Cozen-Test können den Verdacht auf eine Epicondylitis bestätigen. Für die Tests wird der Patient gebeten, bestimmte Handgelenksbewegungen gegen einen Widerstand auszuführen.
Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT helfen, andere Ursachen der Ellenbogenschmerzen wie Arthrose, Schleimbeutelentzündung oder Sehnenrisse auszuschließen.
Gerade weil viele Patienten ihre Beschwerden selbst falsch einschätzen ist eine frühe orthopädische Abklärung in einer spezialisierten Praxis, wie unserer Orthopädie Nürnberg, besonders wichtig.
Die Therapie richtet sich nach Schweregrad und Dauer der Beschwerden:
Konservative Maßnahmen: Schonung, entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie und Dehnübungen beim Tennisarm, um die Muskulatur zu entspannen und die Sehnenansätze zu entlasten.
Hausmittel bei Tennisarm: Kühlende Umschläge, Salben mit Arnika oder Pferdesalbe können unterstützend wirken, ersetzen aber keine ärztliche Behandlung.
Hilfsmittel: Bandagen oder Epicondylitis-Spangen reduzieren den Zug auf die betroffene Sehne.
Ergänzende Therapien: Stoßwellentherapie, Lasertherapie oder Akupunktur können die Heilung zusätzlich fördern.
Operative Eingriffe: Nur bei therapieresistenten, chronischen Fällen notwendig, meist minimal-invasiv mit sehr guten Ergebnissen.
Ziel jeder Behandlung ist es, Schmerzfreiheit, Kraft und Beweglichkeit im Ellenbogen wiederherzustellen. Aber auch die Ursachenbehebung ist wichtig, um erneute Überlastungen und Rückfälle zu vermeiden.
Nach Abklingen der Beschwerden sollten Betroffene ihre Unterarmmuskulatur gezielt kräftigen und dehnen. Eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, regelmäßige Pausen und korrekte Körperhaltung sind entscheidend, um Rückfällen vorzubeugen.
Auch im Sport kann eine gute Technik beim Schlag, Aufwärmübungen und ausreichende Regeneration helfen, einem erneuten Tennisarm vorzubeugen.
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